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Wie viel Minimalismus tut gut?

23. Oktober 2022 | Inspiration

Als kunstinteressierte Person umgebe ich mich in meinem Zuhause gerne mit Dingen, die mich glücklich machen, weil sie besonders ästhetisch sind, oder mich an FreundInnen und Familie erinnern. Gleichzeitig ist mir natürlich auch bewuMonaten hat mir auch gezeigt, dass bewusster Konsum nicht notwendigerweise kahle Wände zur Folge hat.

Doch zuerst einmal: Was ist Minimalismus eigentlich?

Gerade in den letzten Jahren ist ein minimalistischer Lebensstil zum Trend geworden. Mit Techniken von Leuten wie Marie Kondo haben tausende Menschen gelernt, wie man sein Leben richtig entrümpelt und bewusster gestaltet. Tatsächlich gab es die Idee vom Leben mit wenig oder keinem Besitztum aber schon viel früher. Richtungen der griechischen Philosophie, wie der Stoizismus und der Kynismus, gingen bereits davon aus, dass zu viel materieller Besitz die Seelenruhe beeinträchtigt.

Auch heutzutage geht es bei einem minimalistischen Lebensstil um die Reduktion auf das Wesentliche. Das betrifft sowohl die eigene Geisteshaltung als auch den Umgang mit dem eigenen Besitztum.

Ein bewusster Verzicht auf überflüssige Dinge ist nachhaltig und ressourcenschonend und schafft zudem Freiheit und Klarheit. Wer weniger besitzt und kauft ist freier in der Lebensgestaltung und hat zudem mehr Geld für eigene Projekte und Wünsche übrig. Auch das Gehirn ist in einer unaufgeregten Umgebung nicht von Reizen überflutet und der Kopf bleibt so frei für die wichtigen Dinge.

Neben einem achtsamen Umgang mit Konsum und Besitz gehört zum Minimalismus allerdings auch ein Bewusstsein für die nicht-materiellen Dinge im eigenen Leben. Dankbarkeit für Freundschaften, Beziehungen usw. schafft Klarheit darüber welche Dinge im Alltag wirklich zählen.

Dennoch geht es beim Minimalismus nicht um einen radikalen Konsumverzicht. Zwar gibt es Bewegungen, die z.B. mit nur 100 Teilen in ihrem Haushalt auskommen wollen, doch feste Minimalismus-Regeln sind das nicht. Stattdessen geht es darum, sich bewusst mit dem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen und Überfluss zu vermeiden. Dinge wie z.B. Kunst an den Wänden, haben somit in einem minimalistischen Haushalt auch eine Daseinsberechtigung, wenn sie die Eigentümer:innen glücklich machen.

Doch wie fängt man am besten an, die überflüssigen Dinge aus dem eigenen Leben zu verbannen? Die „Entrümpelung“ der eigenen vier Wände ist für die meisten der beste erste Schritt hin zu einem minimalistischen Lebensstil.

Dabei kann man sich z.B. an Marie Kondos KonMarie-Methode halten.

Die Grundideen sind:

  • Kategorienbildung, d.h. es wird nach Kategorien wie Kleidung, Bücher, Gewürze aufgeräumt und nicht nach Zimmern
  • Alle Gegenstände einer Kategorie werden auf einen großen Haufen geworfen, erst dann geht es ans eigentliche Aussortieren
  • Jedes Teil vom Haufen wird einzeln in die Hand genommen. Spüre in dich hinein, ob es dich glücklich macht. Wenn nicht, verabschiede dich von ihm.
  • Suche für jedes Ding, das bleibt, einen festen, eigenen Platz in der Wohnung.
  • Weitere Ideen zum Aufräumen findest du z.B. auch in diesem Artikel vom ndr.
  • Auf Marie Kondos Instagram kann man sich ein bisschen von Vorher-Nachher-Bildern inspirieren lassen.

Einen anderen Einstieg bildet die Karton-Methode.

Dafür packst du deine gesamte Wohnung in Umzugskartons. Alle Dinge, die du in den darauffolgenden Tagen aus den Kartons holst, weil du sie im Alltag brauchst, können bleiben. Alles andere wird weggegeben. Denk allerdings beim Einpacken daran, dass du ein bisschen vorsortierst, damit du schnell an die wichtigen Dinge herankommst.

Für Menschen, denen es sehr schwerfällt, sich von Dingen zu trennen, kommt auch die „Eat the Frog-Methode“ in Frage. Dabei gibst du als Erstes einen deiner Lieblingsgegenstände weg, auf den du verzichten kannst. Dieser Weg klingt zuerst sehr hart, macht aber schnell deutlich, wie wenig wir tatsächlich im Leben brauchen.

Wichtig zu wissen: Die Ausrichtung des eigenen Lebens zu verändern kann sehr aufregend sein und die vorgestellten Methoden können auch überfordern. Trotzdem soll Minimalismus nie zu Stress führen, sondern glücklicher und freier machen!

Falls du Blut geleckt hast und dich fragst, was du noch tun kannst, um dein Leben minimalistischer zu gestalten, sind hier noch ein paar Anregungen für dich:

Ausleihen statt Kaufen

In Kategorien wie Küchengeräte oder Werkzeug gibt es Dinge, die man nur sehr selten braucht. Anstatt sie neuzukaufen, kann man sich den Crepe-Maker oder den Akkuschrauber auch ausleihen, falls man sie mal braucht. Evtl. gibt es Bekannte, die aushelfen können oder Organisationen wie das Zukunftshaus (https://www.zukunftshaus-wuerzburg.de) in Würzburg bei denen man die Dinge für sehr wenig Geld entleihen kann.

Nein Sagen

Die überflüssigen Dinge aus dem Leben zu streichen, heißt auch z.B. unwichtige Termine abzusagen und öfters „nein“ zu zeitfressenden Angeboten zu sagen. Dazu habe ich ja bereits eine kleine Reihe gestartet: „Nein-sagen-lernen in kleinen Dosen.“

Capsule Wardrobe

Im Hinblick auf die Fast-Fashion-Industrie ist ein bewusster Umgang mit Kleidung sehr wichtig. Beim Modell „Capsule Wardrobe“ enthält der eigene Kleiderschrank nur 30-40 Teile, die alle miteinander kombinierbar und zeitlos sind. Das ist nachhaltig und spart zudem Zeit bei der Outfitwahl!

Was hältst du vom Minimalismus? Schreib doch mal in die Kommentare.

Bild für canva: @floral deco

Kommentare zu: 'Wie viel Minimalismus tut gut?'

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