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Samhain, Halloween – Bräuche aus dem Rhythmus der Natur

30. Oktober 2022 | Inspiration

Viele unserer Bräuche und Weisheiten kommen aus einer Zeit, in der die Menschen noch mit dem Rhythmus der Natur lebten. Heutzutage müssen wir unseren Tagesablauf längst nicht mehr am Stand der Sonne ausrichten und vergessen oft, welchen großen Einfluss die Natur und die Jahreszeiten auf uns haben. Deshalb interessiert es mich sehr, herauszufinden was unsere Vorfahren über die Jahreszeiten zu sagen hatten und wie ich ihr Wissen heute für mich nutzen kann.

Woher kommt eigentlich Halloween?

Da der 31. Oktober bevorsteht, möchte ich ein wenig über die Ursprünge von Halloween schreiben und wie man dieses Fest auch heute noch achtsam begehen kann. Bekannt ist, dass Halloween seinen Ursprung in den USA hatte und nach Deutschland importiert wurde. So ganz stimmt das allerdings nicht. Denn eigentlich geht Halloween auf das irisch-keltische Ahnenfest Samhain zurück (ausgesprochen klingt Samhain übrigens eher wie „sauwen“). Neben Samhain gab es noch drei weitere keltische Jahreszeitenfeste:

  • Imbolc am 1. Februar feierte das erste Erwachen der Natur nach dem Winter und steht für Reinigung und Neubeginn
  • Beltane am 1.Mai war ein Fruchtbarkeitsfest (ähnlich wie die Walpurgisnacht)
  • Lammas am 1. August war das Schnitterfest und der Beginn der Erntezeit

Samhain, das in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wurde, markiert den Beginn der dunklen Jahreszeit. Als „keltisches Silvester“ leutete es außerdem ein neues Jahr ein. Neben der Dankbarkeit für die Ernte des Jahres steht an Samhain v.a. die Beschäftigung mit den Verstorbenen und dem Tod an. Denn man glaubte, dass an allen vier großen Festen die Verbindung zwischen unserer Welt und der Totenwelt besonders stark war und die Geister aus dem Jenseits unsere Welt besuchen konnten.

Bräuche und Rituale zu Tod und Neubeginn

Die Bräuche und Rituale, die überliefert sind, beschäftigen sich mit Tod und Neubeginn, der Erinnerung an die Verstorbenen und der Vorbereitung auf die harten Wintermonate. So hielt man z.B., wie am mexikanischen Día de Muertos, einen leeren Stuhl und Teller am Tisch für den Besuch der Ahnen frei. Da mit den Seelen der Toten aber auch andere Geister und Feen einen Zugang zur Menschenwelt bekamen, musste man sich wappnen und stellte Essen und Trinken für diese Wesen vor die Türen, um sie zu besänftigen. Außerdem wird erzählt, dass sich die Menschen auf den Straßen gruselige Kostüme anzogen, um die bösen Geister abzuschrecken. Neben diesen an Halloween erinnernden Traditionen wird außerdem von großen Feuern berichtet. Die Wärme der Flammen sollte als Schutz vor der Kälte des Winters dienen und dem Durchqueren des Feuers wurde eine reinigende Wirkung zugesagt.

Bei der Christianisierung Irlands verschmolz Samhain dann mit dem christlichen Fest Allerheiligen, das sich auch mit den Verstorbenen beschäftigt. Schließlich brachten irische Einwanderer ihr Totenfest mit in die USA und aus „All Hallow’s Eve“ (Vorabend von Allerheiligen) wurde irgendwann „Halloween“.

Egal ob man nun glaubt, dass an den kommenden Tagen mystische Dinge passieren oder nicht – wenn man der Natur ein bisschen lauscht, merkt man, dass der Umbruch zum Winter bevorsteht. Es wird dunkler, Tiere und Menschen ziehen sich zurück und die Bäume verlieren ihre Blätter. Es kehrt eine Ruhe ein. Für mich ist das die perfekte Zeit, um achtsam zu sein, mich auf mich zu besinnen und alte Dinge gehen zu lassen.

Ideen

Hast auch du Lust in der Tradition von Samhain ein paar besondere Tage zu erleben? Ich habe Ideen für kleine Rituale zusammengesucht:

  • Unternimm einen Spaziergang in die Natur: Gehe alleine und ohne die Ablenkung des Handys los und beobachte die Natur um dich herum. Oft vergessen wir, dass auch wir ein Teil von ihr sind. Und gerade im Herbst kann ein Waldspaziergang eine ganze eigene Magie mit sich bringen.
  • Baue dir deinen eigenen „Samhain-Altar“: Suche dir dafür einen Tisch oder eine Ecke in deiner Wohnung und schmücke ihn mit der Ernte des Herbstes. Das können Sachen sein, die du bei deinem Spaziergang in der Natur findest, z.B. getrocknete Blätter oder Nüsse, aber auch Lebensmittel wie Kürbisse, Äpfel, Mais, Wein und Beeren. Wenn du magst, kannst du auch Fotos oder Erinnerungsstücke von verstorbenen Liebsten auf deinem Altar aufstellen. Nimm dir Zeit, um dich an sie zu erinnern.
  • Koche ein Herbstessen: Lade Freund:innen ein und veranstalte ein Abendessen mit den Lebensmitteln, die gerade Saison haben, wie z.B. Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel, Rettich… Hier findest du noch mehr Inspiration.
  • Nimm dir Zeit für dich: Schreibe Tagebuch, meditiere, mach Yoga. Reflektiere über das vergangene (keltische) Jahr. Samhain feiert auch den Neubeginn, also überlege dir welche Dinge du mit in den Winter nimmst und welche du gehen lässt.

Ich werde auf jeden Fall einige dieser Dinge selbst ausprobieren! Bist du dabei und lässt dich vom Herbst inspirieren? Ich freue mich sehr, wenn du mir in den Kommentaren davon erzählst!

Bild für canva: @freestocks.org von Pexels

Kommentare zu: 'Samhain, Halloween – Bräuche aus dem Rhythmus der Natur'

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