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Aus der Fülle heraus

6. Februar 2022 | Futter für die Seele, Achtsamkeit

Ich würde so gerne dieses und jenes angehen in diesem Jahr, aber irgendwie fehlt mir zurzeit die Kraft dafür. Corona fordert seinen Tribut. Zu wenig kulturelle Momente, immer wieder verschobene Reisen, kaum noch Partys mit Freunden. Alles ist so gleichförmig geworden, die Wochen vergehen und am Ende sucht man die Highlights, die die Energie-Depots normalerweise auffüllen. Da gelingen dann auch all die Neujahrs-Vorhaben nur mäßig (wobei die ja bei uns allen wohl eher immer nur bis zum 04. Januar halten, oder?). Auf alle Fälle bin ich schnell ungeduldig, wenn Dinge nicht gleich so funktionieren, wie ich sie mir vorstelle.

Da habe ich mich an ein Gedicht erinnert, das mir eine Freundin schon vor längerer Zeit einmal auf eine Karte geschrieben hat und ich habe sie wieder herausgekramt. Es ist ein sehr altes Gedicht, noch dazu von einem Prediger geschrieben. Und doch ist es sehr aktuell und unabhängig vom Glauben sehr leicht greifbar. Es hat mich erneut unglaublich berührt und mir die für mich passende Affirmation gegeben, gelassener mit mir umzugehen.

 

Die Schale der Liebe
Von Bernhard von Clairvaux (1090-1193)

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt,
während jene wartet, bis sie gefüllt ist.
Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen und habe nicht den Wunsch freigiebiger zu sein als Gott.
Die Schale ahmt die Quelle nach.
Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See.

Tue du das Gleiche: Zuerst anfüllen, und dann ausgießen.
Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen.

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.
Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut?
Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich.

 

Da Affirmationen besonders stark sind, wenn sie visualisiert werden können, habe ich ein Bild dazu gemalt und es aufgehängt. Immer, wenn ich daran vorbeilaufe, erinnert es mich daran, dass nicht alles sofort passieren muss, dass ich auch einmal faul in der Ecke liegen darf – ohne schlechtes Gewissen. Alles ein bisschen leichter nehmen, in mich hineinhören, was gerade Thema ist und aus der Fülle heraus handeln. Das ist jetzt mein Motto.

Welches ist deins? Wie fühlst du dich in diesen Zeiten? Gibt es eine Affirmation, die dir gerade guttun könnte? Schließ deine Augen für einen Moment, konzentriere dich auf deinen Atem. Was kommt? Schreib es auf, visualisiere es in einem Bild, Foto oder einer Collage und lege es dir in deinen Tageskalender. Lies es mehrmals am Tag laut vor, Worte haben Wirkung.

 

Bild von Claudia Böschel

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