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Warum Savasana so wichtig ist

7. August 2022 | Yoga

Neulich ist es wieder passiert: Wir sind fertig mit den Dehn- und Kräftigungsübungen und wollen uns gerade bereit machen für die Entspannungsphasen, als ein Kursteilnehmer seine Matte einrollt. „Wie jetzt? Wo willst du hin?“, frage ich ihn. Ihm ist eingefallen, dass er noch etwas Dringendes erledigen muss und meint: „Wir hätten ja soweit alles geschafft.“  Da war ich als seine Yogalehrerin wohl noch nicht deutlich genug, was das bedeutet. Deshalb hier vier Gründe, warum du niemals vor Savasana deine Yogastunde verlassen solltest:

1. Alle Asanas bereiten darauf vor

Savasana bedeutet Totenstellung. Aber wir liegen eben nicht nur einfach rum und hängen unseren Gedanken nach, sondern spüren achtsam unseren Körper in der Stille. Das ist sehr harte Arbeit, weshalb man auch davon spricht, dass Savasana die schwierigste Asana überhaupt ist. Im Grunde dreht sich im Yoga alles genau um diesen Punkt: Ruhig werden. Richtig ruhig. Ohne Gedanken. Einfach nur im Moment sein. Und den Körper dabei vollständig unbeweglich werden lassen. Wie du die Stille in dir findest, dazu habe ich hier auf Yodanco schon mal einen Beitrag geschrieben. Den findest du hier.

Weil uns das aber so unglaublich schwerfällt, brauchen wir die Bewegung. Die Flows sind ein gutes Beispiel für die Vorbereitung auf diesen Zustand. Wir sind so mit den einzelnen Abläufen und unserem Atemrhythmus beschäftigt, dass wir keine Zeit haben, nachzudenken. Jedenfalls nicht über all das, was vor der Yogastunde so passiert ist. Wir MÜSSEN im Hier und Jetzt bleiben (also müssen wir nicht wirklich, aber das ist das yogische Ziel).

2. Wir entspannen vollkommen

Als ich meine Yogaausbildung gemacht habe, lagen wir gefühlt, 10x am Tag in Savasana. Am Anfang waren wir alle furchtbar zappelig und ungeduldig und konnten gar nicht solange die Augen geschlossen halten. „Schon wieder Savasana?“, haben wir in den ersten Tagen die ganze Zeit gefragt. Und, irgendwann hat es klick gemacht. Wenn es hieß: „Savasana“, sind wir sofort ruhig geworden, wenn wir uns hinlegten. Mit den ersten Atemzügen in dieser Haltung waren wir DA und wollten auch so schnell nicht wieder raus.

Was passiert, wenn wir entspannen, ist hinreichend bewiesen: Stresshormone werden abgebaut, die Herzfrequenz sinkt, der Atem wird ruhiger, die Verdauung normalisiert sich. Längerfristig verbessert sich dadurch unser Schlafverhalten. Unser Immunsystem wird gestärkt und auch der Hormonhaushalt verändert sich positiv.

Was auch so schön entspannend an Savasana in der Yogaklasse ist: Du kannst einfach Verantwortung abgeben: Du wirst geweckt, solltest du einschlafen. Da ist jemand, der sich kümmert. Ist doch sehr beruhigend, oder?

3. Jede Menge Prana

Energie heißt im Yoga Prana. Während wir in der Endentspannung liegen, verteilt sich Prana im gesamten Körper und wird in den Nadis – die kleinen Energiekanäle gespeichert. Deshalb fühlen wir uns nach dem Yoga auch glücklicher und friedvoller. Wir bekommen mehr geistige Klarheit. Wenn wir regelmäßig Yoga machen, werden wir ein genaues Maß finden, wann wir im Leben Entspannung brauchen und uns wieder auftanken müssen. Wir werden achtsamer und lernen unsere Kräfte richtig einzuschätzen.

4. Ohne Pausen kein Lernen

Unser Körper kann nicht die ganze Zeit hochtourig fahren. Pausen sind wichtig, vor allem auch für das Gehirn. Durch die Endentspannung ermöglichst du deinem Geist, alle Asanas nachzuspüren und abzuspeichern, so dass sie dir in Fleisch und Blut übergehen. Gehst du vorher oder bist gedanklich während Savasana schon wieder bei den offenen Erledigungen, fehlt dir dieses entscheidende Puzzlestück und du brauchst viel länger, bis Sonnengruß und Co im Ablauf wirklich klar sind.

Savasana üben

Klassisch wird Savasana in der Rückenlage ausgeführt. Wenn du jedoch dabei Schwierigkeiten hast, z.B. weil dir schwindelig wird, kannst du dich auch auf den Bauch oder die Seite legen. Auch hilfreich ist ein Kissen unter dem Kopf und zum Zudecken oder ein Bolster unter den Knien, falls du einen empfindlichen Rücken hast.

 

Was typischerweise mit den Armen passiert, ist, dass sie weit auf Schulterhöhe geöffnet werden mit den Handflächen nach unten. Bei Savasana liegen sie aber eigentlich direkt neben dem Körper, wenngleich mit etwas Abstand und die Handflächen zeigen nach oben. Die Füße fallen nach außen. Nun ziehst du dein Kinn Richtung Brustbein, damit dein Nacken schön lang wirst. Bei Savasana selbst veränderst du nicht mehr deinen Atem, sondern beobachtest ihn nur noch. Das ist der Einstieg auf deine Savasana-Reise ins Nichts-Tun, Nichts-Denken. Mach das für etwa zehn Minuten. Wenn du zurückkommst, lass dir Zeit und öffne nicht sofort wieder deine Augen. Räkle dich, streck dich zuvor, bevor du dann über die Seite wieder zum Sitzen kommst.

Bilder von Canva: QImages Sorces von Getty Images, Syda Productions, Kasto

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