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Warum Heidelbeeren so gesund sind

17. Juli 2022 | Leckereien

Eigentlich wollte ich ja nur recherchieren, ob Heidelbeeren wirklich so gut für die Sehkraft sind, wie allgemein bekannt. Aber dann hat mich eine Flut von Artikeln angesprungen. Die kleinen leckeren blauen Teilchen sind offensichtlich sehr beliebt. Ich stehe ja auch auf sie, aber mich treiben zwei Fragen besonders um:

  1. Wie gesund sind sie wirklich und wie groß ist der Unterschied dabei zwischen wilden und angebauten Heidelbeeren?
  2. Wie hoch ist die Belastung?

Aber erst mal von vorne.

Wieso gibt es so viele Namen für die Heidelbeere und wo kommt sie überhaupt her?

Ich habe früher immer gedacht, Blaubeeren und Heidelbeeren wären etwas Unterschiedliches. Aber nein, das ist das Gleiche. Die Heidelbeere wird auch Schwarzbeere, Mollbeere, Hällbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Staulbeere, Zeckbeere oder Moosbeere genannt. Die lateinische Bezeichnung ist Vaccinium myrtillus.

Ursprünglich kommen die wilden Sorten aus dem Norden Europas und Asiens. Die kultivierte Form stammt aus Nordamerika.

Sie gehören zu der Gattung der Heidekrautgewächse.

Wo wachsen wilde Heidelbeeren?

Die wilde Form der Blaubeeren gibt es in Wäldern, Moorlandschaften oder, wie der Name vermuten lässt, in Heiden und Weiden. Heidelbeeren lieben saure Böden, deshalb findest du sie meist in der Nähe von Nadelhölzern.

Muss man bei wilden Heidelbeeren wegen Fuchsbandwurm aufpassen?

Immer wieder wird gesagt, es sei gefährlich, Beeren und Pilze im Wald zu sammeln, weil sich der Fuchsbandwurm übertragen könnte und man solle sie abkochen. Letzteres macht bei Heidelbeeren aber keinen Sinn. Stiftung Warentest meint dazu, dass diese Gefahr aber gering sei, weil kein direkter Kontakt zum erkrankten Tier vorliegt und der Mensch Hunderte Eier aufnehmen müsste, um zu erkranken. Direkt naschen würde ich wahrscheinlich aber trotzdem vermeiden und alles gut abwaschen.

Wann ist Erntezeit für Waldheidelbeeren?

Jetzt ist die perfekte Zeit – deshalb ja auch der Artikel. Jetzt werden sie reif. Noch bis Ende September kannst du sie in feuchten Moorwiesen und im Unterholz von Moorwälder finden. Es sollten am Stielansatz keine roten Stellen mehr zu sehen sein. Dann ist die Heidelbeere reif.

Was ist der Unterschied zwischen wilden und kultivierten Heidelbeeren?

Die Sträucher der wilden Heidelbeere sind viel flacher, meist nur kniehoch und sie tragen weniger Früchte. Der deutlichste Unterschied zwischen beiden ist aber die Frucht selbst: Sie ist bei Waldheidelbeeren kleiner, geschmacksintensiver und innen wirklich blau. Kultivierte Heidelbeeren sind innen weiß.

Woher kommen Heidelbeeren im Supermarkt typischerweise?

Anfangs habe ich ja schon aufgrund der Artikeldichte im Netz vermutet, dass Heidelbeeren sehr beliebt sein müssen. Das zeigt sich auch in den Importzahlen. Seit 2010 hat sich die Einfuhr verzehnfacht. Obwohl wir vor Ort schon große Mengen Heidelbeeren ernten, gibt es zusätzlich sehr viele Tonnen aus Spanien, Marokko und vor allem Peru. Besonders letzteres ist der ganzjährliche Billiganbieter für Heidelbeeren.

Wie stark sind Heidelbeeren belastet?

Der Transport nach Europa dauert von dort drei Wochen. Das funktioniert nicht ohne chemische Behandlung. Die Schimmelgefahr ist zu groß. Deshalb werden viele mit Pilzgiften behandelt. Verschiedene Untersuchungen zeigen bis zu sechs Chemikalien auf den Früchten. Spricht alles erneut für regionale Saisonware. Und das ist ja bei diesem Produkt möglich.

Was enthalten Heidelbeeren?

100 Gramm enthalten ungefähr: 73 mg Kalium, 35 mg ß-Carotin, 12 mg Kalzium,, 2 mg Magnesium, 0,7 mg Eisen, 1 mg Zink, 6 mg Vitamin A, 20 mg Vitamin B1 + B2, 400 mg Vitamin B3, 160 mg Vitamin B5, 60 mg Vitamin B6, 1 mg Vitamin B7, 11 mg Folsäure (Vitamin B9), 22000 mg Vitamin C, 1800 mg Vitamin E, 12 mg Vitamin K.

Die blaue Farbe, die in den wilden Beeren auch noch im Fruchtfleisch zu sehen ist, stammt von dem Pflanzenfarbstoff Anthocyan. Das ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Dieser hat eine antioxidative Wirkung. Auch die Gedächtnisleistung wird dadurch verbessert.

Sind Heidelbeeren gut für das Herz?

Diese Antioxidantien sind zudem super für das Herz-Kreislauf-Systems. Auch der Cholesterinspiegel wird dadurch reguliert. Durch das Vitamin K ist auch die Durchblutung besser. Und der hohe Vitamin C und E-Gehalt stärkt das Immunsystem.  Also ja, Heidelbeeren stärken das Herz, aber in welchem Maße, dazu habe ich nichts Genaues gefunden.

Sind Heidelbeeren gut für die Augen?

Die Anthocyane helfen, die Blutgefäße im Auge zu stärken und dadurch das Auge mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Durch die Kombination von Vitamin C, E und Beta-Carotin werden die freien Radikale im Körper eingefangen, was grundsätzlich natürlich auch die Augen schützt.

Eine besondere Wirkung wurde aber den Heidelbeeren bei der Nachtsicht zugeschrieben. Piloten hätten nach dem Verzehr deutliche Verbesserungen festgestellt und es gab in den 1960er und 1980er Jahren mehrere Untersuchungen, die dies nahelegten. 2014 wurde dies aber widerlegt. Alles zu den genauen Ergebnissen der Studie findest du hier.

Sind Heidelbeeren gut für die Verdauung?

Die unverdaulichen Pflanzenteile der Blaubeeren wirken sich positiv auf die Magen- und Darmgesundheit aus und die darin enthaltenden Gerbstoffe helfen Darmschleimhautentzündungen zu heilen. Frische Blaubeeren helfen bei Verstopfung. Die getrockneten Früchte hingegen sind ein altbewährtes Hausmittel gegen Durchfall.

Fazit

Am besten Bio-Heidelbeeren kaufen, die zwischen Juni und September heimisch sind oder selbst pflücken gehen und jeden Tag etwa 100 Gramm zu sich nehmen, um das Herz, die Augen und den Darm zu stärken.

 

Bild: @fiveheart von Getty Images für Canva

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