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5 spannende Fakten über das Gleichgewicht

20. März 2022 | Spannende Fakten über...

Schon ganz früh im Embryo ausgebildet

Wusstest du, dass der vestibuläre Sinn bereits in der neunten Schwangerschaftswoche ausgebildet wird? Wenn die Mutter während der Schwangerschaft viel liegen muss, kann das Kind nach der Geburt Gleichgewichtsprobleme haben. Vestibulär bezieht sich übrigens auf den Vorhof des Innenohres. Daneben liegen rechts und links die Gleichgewichtsorgane: die Bogengänge und Vorhofsäckchen. Sie enthalten zum Teil Flüssigkeit. An den Wänden befinden sich sehr sensible Härchen. Bei absolut JEDER kleinsten Bewegung des Kopfes schwappt die Flüssigkeit zu den Härchen hin und die senden die Reize an das Gleichgewichtszentrum und Kleinhirn.

Wieso soll man nach vielen Drehungen, einmal kurz in die andere Richtung kreisen?

Wenn ich mich lange in eine Richtung drehe und dann ganz plötzlich stoppe, rotiert die Flüssigkeit im Gleichgewichtsorgan noch eine Weile weiter (die ist etwas träge), d.h auch weiterhin kommen Signale dieser Bewegung im Gehirn an. Die Augen aber signalisieren den Stopp, die Muskeln sind ruhig. So entsteht das Chaos im Kopf. Das Gehirn ist in diesen Moment vollkommen überfordert und reagiert mit Schwindel

Was die Zehen mit dem Gleichgewicht zu tun haben:

Ohne die großen Zehen, schwanken wir. Wenn sie im Kontakt mit dem Boden sind, signalisieren sie dem Gehirn, dass wir im Gleichgewicht sind.

Warum uns beim Autolesen schwindlig wird:

Das Gleichgewichtsorgan meldet, dass sich der Körper nach vorn bewegt, aber die Augen sagen, da ist überhaupt keine Bewegung, weil das Buch ja ruhig in der Hand liegt. Dadurch kann uns schwindlig oder übel werden. Okay, der Schwindel lässt sich erklären, das ist das gleiche Thema wie bei den Drehungen, aber woher kommt die Übelkeit? Der britische Neurowissenschaftler Dean Burnett (Buch: Das verrückte Gehirn) meint dazu, dass das Gehirn in diesem Fall denkt, es wird vergiftet. Und was geht besser, um das „loszuwerden“ als das Erbrechen. Deshalb sendet es dieses Signal. Sobald man wieder mit dem Lesen aufhört und aus dem Fenster schaut, löst sich dieses Ungleichgewicht der Sinne wieder auf.

Ohne Gleichgewicht viele schwere Unfälle:

„Die oft schweren Verletzungen durch einen Sturz sind laut Weltgesundheitsorganisation nach den Verkehrsunfällen die zweithäufigste Ursache für sogenannte unbeabsichtigte Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die durch einen Sturz sterben, ist zwischen 2000 und 2019 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Vor allem die über 60-Jährigen sind davon betroffen. Doch offenbar riskieren der WHO zufolge auch immer mehr junge Menschen, dass sie fallen: Fast 40 Prozent der 37 Millionen weltweit, die jedes Jahr nach einem Sturz ernsthafte Prellungen, Knochenbrüche oder Schädeltraumata davontragen, sind Kinder.“ (den ganzen Artikel von Deutschlandfunkultur hier nachlesen)

Bild: Canva

 

Kommentare zu: '5 spannende Fakten über das Gleichgewicht'

3 Kommentare

  1. Birgit Flege

    … und dort (Pilates, Rückenschule, Yoga) werden Balanceübungen/Gleichgewichtsübungen gezielt trainiert. Das hilft mir ein wenig.

    Antworten
  2. Birgit Flege

    Liebe Claudia,

    das sind sehr interessante Fakten. Vielen Dank für den tollen Artikel.

    Ich leide seit meinem letzten Bandscheibenunfall vor ca. zwölf Jahren unter einer „schleichenden“ Polyneuropathie, die aber erst so vor ca. drei Jahren diagnostiziert wurde.

    Leider kann auch kein Arzt sagen -selbst nicht in der Charité- warum ich so eine degenerative Erkrankung habe. Ich leider weder unter Krebs, Diabetes, habe keinen Gendefekt und auch keine Alkoholprobleme.

    Natürlich belastet mich diese Krankheit, doch versuche ich nun einfach, in Bewegung zu bleiben mithilfe von Yoga, Pilates, Rückenschule.

    Viele Grüße!

    Antworten
    • YO_Claudia

      Liebe Birgit,
      das tut mir sehr leid. Bei chronischen Themen ist es leider oft so, dass wir medizinisch keine oder nicht ausreichend Hilfestellungen erhalten. Es wäre so schön, wenn es da mehr Dialogarbeit zwischen Ärzten und Alternativtherapeuten gäbe. Dann könnte das Wissen besser gebündelt werden. So machen wir uns alle doch wieder alleine auf den Weg und wurschteln uns so durch. Bleib beweglich!

      Antworten

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